Oliver (52) prokrastiniert bei der Arbeit. Statt zu arbeiten, schaut er die meiste Zeit des Tages YouTube-Videos. Nicht irgendwelche kurzweiligen Filme, sondern Dokus, Berichte oder Nachrichten. Kurz vor dem Abgabetermin rafft er sich auf und erledigt die Aufgabe in kurzer Zeit. Die Qualität entspricht nicht seinen Vorstellungen, aber der Chef ist zufrieden. Kürzlich wurde er wieder gelobt für seine gute Arbeit. Keiner scheint zu merken, dass er die meiste Zeit unproduktiv ist.
Er selbst ist unzufrieden – mit dem Job, mit seinen Arbeitsergebnissen, mit sich selbst. Er weiß, dass er viel mehr zustande bringen könnte. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er am Arbeitsplatz private Dinge macht. Er befürchtet, dass das irgendwann rauskommt und er Ärger bekommt. Nach der Arbeit ist er oft so frustriert, dass er auch zu anderen Dingen keine Lust mehr hat.
Oliver ist hochbegabt und im Job unterfordert.
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