Sarah (25, Studentin) steht vor den Prüfungen immer sehr unter Stress. Ihre Kommilitoninnen fangen schon Wochen vor der Prüfung an zu lernen, treffen sich zu Lerngruppen, sprechen oft miteinander über die Lerninhalte. Sarah hat noch nicht angefangen, sich vorzubereiten. Aus Erfahrung weiß sie, dass es für sie noch zu früh ist. Würde sie jetzt schon anfangen, wäre es wenig effektiv. Die Thematik hat sie im Prinzip verstanden. Den Stoff, den man auswendig lernen muss, hätte sie am Prüfungstag schon wieder vergessen, wenn sie jetzt schon mit Lernen anfangen würde.
Dennoch ist sie verunsichert, weil alle anderen schon fleißig dabei sind. An den Gesprächen kann sie sich nicht wirklich beteiligen, da ihr noch die Details des Stoffes fehlen. Die anderen sind auch erstaunt und äußern besorgt: “Willst du nicht mal langsam anfangen?”. Das macht sie nervös.
Sie war auch schon bei der Lerngruppe, aber das war ihr zu ineffektiv. Aus ihrer Sicht haben sich die anderen viel zu lange an den einzelnen Themen aufgehalten. Das fand sie nervig und ermüdend und am Ende kam wenig für sie dabei heraus.
Je näher der Prüfungstermin rückt, desto nervöser wird sie, macht sich viele Gedanken: “Sollte ich nicht doch mal anfangen? Was ist, wenn die Zeit doch nicht reicht?”. Dennoch sperrt sich irgendetwas in ihr dagegen. Lieber verbringt sie ihre Zeit mit anderen Dingen.
Einige Tage vorher fängt sie an zu lernen, die Prüfung verläuft ohne Probleme und sie bekommt eine gute Note. So geht es jedes Mal und sie ärgert sich, dass sie sich vorher so viel Stress macht, weil sie sich an den anderen orientiert.
Sarah ist hochbegabt und braucht viel weniger Zeit, um sich neuen Stoff anzueignen.